Riesenerfolg für unseren derzeitigen Staatsmeister Stefan Parlow beim momentan größten und stärkst besetzten Turnier der Welt dem 4th MERIT INTERNATIONAL BACKGAMMON OPEN.
Hier der Turnierbericht aus seiner Sicht:

In Zypern fand das weltgrößte Backgammonturnier der Welt statt. 128 Teams waren im Doppel vertreten, darunter auch die ersten 4 Spieler der Weltrangliste.

 

Ich hatte zwar vor das Doppel alleine zu spielen, doch da Tunc keinen Platz mehr im 128-Feld bekommen hatte und darüber jammerte, nahm ich ihn als Partner dazu.

In der ersten Runde spielte ich gegen Zizkova`/Cerny (Tschechien). Beim Stand von 1:0 für mich wurde ich in folgender Stellung gedoppelt:

Es ist zwar ein no-double/take, doch ins Schwitzen kam ich trotzdem. Schwarz gewinnt zwar nur 48,3 % der Partien, doch davon 21,5 % gammon. Ich nahm den Doppler an und der Gegner würfelte den besten Wurf: 2/2. Nach diesem Wurf hatte ich nur noch 18,1 % Gewinnchancen und verliere dabei 60,7% gammon. Bei nachfolgender Stellung bekam ich einen Schuss:

Meine Chance hier das Spiel zu gewinnen: 17, 5%, verliere jedoch  78% meiner Spiele gammon oder backgammon. Ich habe zwar 11 Treffer, doch selbst wenn ich treffe, gewinne ich davon nur in etwa die Hälfte der Spiele. Ich würfelte die 5, , redoppelte ein paar Züge später auf 8 und der Gegner lehnte ab. Schließlich konnte ich das Match 7:0 gewinnen.

 

In der 2. Runde war Lo Surdo mit Partner (Italien) mein Gegner. Dies war eine unkomplizierte Partie und ich gewann 7:2

 

In der 3. Runde waren no-name Italiener unsere Gegner -  7:2 für mich mit Tuncibaby.

 

Im 1/8- Finale wartete dann die Spielerpaarung Michihito Kageyama (Japan) (Michi – Nummer 2 der Welt)/ Julius High (USA): Nach 0:3 Rückstand konnten wir noch 7:4 gewinnen. Michi spielte wie gewohnt extrem stark mit 2,1. Mit meiner Leistung war ich sehr zufrieden. Hätte ich in einer Partie nicht 4 missed Doubles gehabt und dann gedoppelt als es „too good to double“ war, wäre es eine 3,5 geworden. So spielte ich in Summe leider nur eine 5,7. In dieser einen Partie sogar nur 15,

 

Im ¼-Finale kam es zum Duell mit Hellwag (BRD)/Rived (Frankreich), wobei Rived einen Lauf hatte, er erzielte im Einzel den 4. Rang.

Bei 0:4 Rückstand unterbrach ich das Match und beschloss total aggressiv zu spielen. Den ersten Punkt machte ich relativ einfach: es war ein klares double/pass. Die nächste Partie doppelte ich als kein Feindkontakt mehr bestand und beide nur noch ein paar Steine im Außenfeld hatten. Meiner Ansicht nach hart an der Grenze den Würfel abzulehnen. Tobias Hellwag meinte dazu: „Dies ist eine gute Chance in die Crawford-Partie zu kommen.“ Und schluckte den Doppler…… Ich gewann diese Partie und der Gegner hatte noch 7 Steine im homeboard.

Beim Stand von 3:4 doppelte ich als mein Runningvorsprung bei 27 pips lag. Der Gegner akzeptierte und spielte ein backgame. Es kam zu folgender Stellung:

In dieser Stellung habe ich 50,7% Gewinnchancen und davon 42,4 % gammon oder backgammon und somit den Matchgewinn. Ich würfelte 5/5.  Spielte 2 Steine auf die 1 und trug 2 mal ab. Der Gegner öffnete dann meinen 3er-Punkt. Ich rollte 2/2 und gewann ein Gammon und das Match.

 

Im ½-Finale bekam ich es mit einer unbekannten Paarung aus dem Iran zu tun. Nach 2:1 Führung für den Iran stand der Gegner im Gammon mit einem tiefen Anker. Wir gingen auf, der Gegner traf, redoppel/pass. Stand 1:4. In der nächsten Partie hatten wir einen Anker am ace-point. Der Gegner musste uns einen Schuss lassen auf seiner 5, Tuncibaby traf nicht und wir verloren 2 Punkte.  Stand 1:6. Die Crawford –Partie gewann ich. Stand somit 2:6.  In der nächsten Partie sahen wir bis zum Schlusspasch wie der sichere Sieger aus, doch die Pasch 3 (und es half ihnen nur Pasch 3 oder höher) ließ uns das Match 2:7 verlieren.

 

Wir waren sicher die stärkeren Spieler, doch das war auch Michi, als er gegen uns verlor. So ist Backgammon. Deshalb gewinnt nicht immer der bessere Spieler, doch auf lange Sicht gewinnt der Bessere sicher öfter als ein schwächerer Spieler. Daher „üben, üben, üben“.

 

Der Erfolgslauf der Iraner ging weiter und sie konnten schließlich das Turnier mit 9:6 im Finale für sich entscheiden! Da jedoch fleißig gesettelt wurde, war der Unterschied im Preisgeld von den letzten 4 Spielern verschwindend gering.

 

Der gesamte ABA Vorstand gratuliert Stefan und Tunci zu dieser sensationellen Leistung.