Dreiländerkampf Deutschland-Schweiz-Österreich in Landsberg am Lech von 17.-19. März 17

Deutschland gewinnt im Krimi-Finale

Spannender konnte es nicht sein: Der Dreiländerkampf zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz wurde im Double Match Point entschieden. Günther Holzinger warf mit zwei Steinen auf der Bar den Super-Joker Pasch 4. Damit drehte er die fast schon verlorene Partie und führte das deutsche Team zum Erfolg gegen die starken Österreicher, die das Wochenende bis dahin deutlich dominiert hatten.
Sechser-Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sich vom 17. bis 19. März in Landsberg/Lech zum ersten Dreiländerkampf. Die Teams der drei Länder wiesen eine Mischung aus bekannten Spitzenspielern und engagierten Hobbyspielern auf. Die „Captains“ Volker Sonnabend, Bernhard Mayr und Jacques Wehli hatten einen Turniermodus ausgearbeitet, der Spannung, Spaß und Abwechslung garantierte.
Am Freitagabend wurden zunächst zwei Runden Consultation-Matches gespielt, wobei jede Nation mit zwei Dreier-Teams antrat. Hatten sich die Deutschen im Vorfeld als Favoriten betrachtet, so wurden sie schnell eines Besseren belehrt. Das ehrgeizige und gut aufgestellte Team Austria gewann alle vier Matches und kassierte dafür 8 Punkte, während Deutschland und die Schweiz nur je einmal gewannen und mit 2 Punkten schon deutlich distanziert wurden.
Am Samstag standen dann Einzel-Matches auf jeweils 9 Punkte auf dem Programm. Da drei Runden gespielt wurden, konnten die Teams maximal 18 Punkte erzielen. Was die wenigsten erwartet hatten: die rot-weiß-rote Erfolgsserie setzte sich fort, Österreich und Deutschland erzielten je 10 Punkte, die Schweiz fiel mit 7 Punkten weiter zurück. Österreich führte jetzt mit 18 Punkten vor Deutschland mit 12 undder Schweiz mit 9 Zählern.
Als dritte Disziplin wurde Speed-Gammon gespielt: 5-Punkte-Einzelmatches mit 10 Sekunden pro Zug und zusätzlich 2 Minuten für das gesamte Match. Auf diesem Wettbewerb hatten die Deutschen große Hoffnungen gesetzt und eine Aufholjagd angekündigt. Schwächen inder Zeiteinteilung trugen aber dazu bei, dass daraus nichts wurde. Am Ende der drei Durchgänge hatten die Österreicher ihren Vorsprung sogar ausgebaut, und die Schweiz war näher an das deutsche Team herangerückt. Der Zwischenstand am Samstagabend: Österreich 28, Deutschland 20, Schweiz 18 Punkte.
Am Sonntagmorgen stand die vierte Disziplin auf dem Programm. In zwei Durchgängen wurden Mini-Matches „best of three“ mit Double Match Points gespielt. Erstmals waren die Deutschen in einem Wettbewerb erfolgreich und siegten in 8 Matches, während die beiden anderen Teams jeweils fünfmal gewinnen konnten. Damit waren die Vorrunden beendet, und Österreich hatte mit 33 Punkten die Nase vorn, vor Deutschland mit 28 und der Schweiz mit 23 Punkten.
Die Finalspiele wurden als Team-Consultation-Matches auf 11 Punkte ausgetragen. Österreich hatte sich als Gesamtsieger der Vorrunden für das Endspiel qualifiziert, während Deutschland und Schweiz das Halbfinale bestreiten mussten. Gemäß Reglement wurden die Punkteabstände aus den Vorrunden in die Finals übernommen. Demgemäß startete das Halbfinale mit einer 5:0-Führung für das Team vom „großen Kanton“. Diese Führung wurde schnell auf 10:0 erhöht. Zwar konnten die Schweizer die Crawford-Partie für sich entscheiden, doch schon die nächstePartie brachte den Endstand von 11:1 für die Deutschen.
Damit kam es zum Finale zwischen Österreich und Deutschland. Nicht genug dass das Match mit 5 Punkten Vorsprung für Österreich begann; die Alpenländler hatten den psychologischen Druck noch erhöht, indem sie den Deutschen Tonaufnahmen des legendären Fußball-Matches von Córdoba 1978 vorspielten. Damals siegte Österreich mit 3:2 und eliminierte den Titelverteidiger Deutschland aus dem Wettbewerb. Doch die Deutschen zeigten sich wenig beeindruckt. Der Lauf aus dem Match gegen die Schweiz setzte sich fort, und schon bald war aus dem 0:5-Rückstand eine 8:5-Führung geworden. Beim Stand von 8:6 nahm das Deutsche Beratungs-Team ein Double an. Es kam zu einem Holding-Game, deutsche Trefferchancen wurden nicht genutzt, und durch einen suboptimalen letzten Wurf der Deutschen, gefolgt von Pasch 6 der Österreicher, endete die Partie sogar Gammon. Damit stand es 10:8 für Österreich. Das Crawford-Game ging mit etwas Glück an die Deutschen. Danach nutzte Österreich ein „free pass“, und beim Stand von 10:10 musste die Entscheidung im Double Matchpoint fallen. Günther Holzinger übernahm die Steine. Die Gesichter der Deutschen wurden immer länger, als Günther mit einem und später zwei Steinen auf der Bar mehrfach „tanzte“. Erst im letzten Moment, als die Österreicherdas Board auf vier Punkte verstärkt hatten, zauberte Günther den entscheidenden Pasch 4 aus dem Würfelbecher.

 

Hier der Supergau für uns

Der Wurf spielte nicht nur beide Steine ein, sondern machte zusätzlich einen Punkt im eigenen Board und stellte Österreich auf die Bar, hinter eine Fünfer-Prime. Der Rest war kein Problem mehr. Deutschland hatte das Match und damit den Dreiländerkampf gewonnen. Deutschland spielte eine PR von 4,08 und Österreich 2,53.
Der Sieg der Deutschen war glücklich, aber auch nicht unverdient, vor allem auf Grund der harmonischen und konstruktiven teaminternen Beratung in den Finalspielen. Österreich zeigte an allen drei Tagen eine starke und konstant Leistung, und auch die Schweizer trugen nicht nur mit ihrer positiven Stimmung zum Gelingen der hochklassigen Veranstaltung bei.
Thomas Köb (Österreich) gewann den Side Pool für den erfolgreichsten Spieler mit 7 Punkten aus 8 Runden, Consultation-Matches wurden dabei nicht mitgerechnet. Dahinter folgtenMarkus Gloor (Schweiz) und Günther Holzinger (Deutschland), jeweils mit 6 aus 8. Weiterhin kamen zum Einsatz, Ersatzspieler eingeschlossen: Stefan Blancke, Werner Frey, Jürgen Orlowski, Jürgen Schettler, Volker Sonnabend, Norbert Wiebusch (Deutschland); Wolfgang Bacher, Mario Lazzer, Bernhard Mayr, Fritz Rattinger, Peter Urbantschitsch (Österreich); Ruedi Altermatt, Carlos Estenssoro, Stefan Frigerio, Rico Fusenegger, Bruno Kürsteiner, Jacques Wehli, Silvia Weilenmann (Schweiz).
Austragungsmodus, Veranstaltungsort, und vor allem die freundschaftliche Atmosphäre wurden von den Teilnehmern allgemein gelobt und den OrganisationenBernhard, Volker und Jacques höchster Dank ausgesprochen. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, über deren Wiederholung in dieser oder ähnlicher Form bereits nachdacht wird.

absolute hochklassige PR