3rd GIBRALTAR BACKGAMMON CHAMPIONSHIP

Wie bereits in den letzten 2 Jahren fuhr ich Anfang Februar wieder zum drittgrößten Turnier (nach Zypern und Nordic-Open) Backgammonturnier der Welt. Der Modus im Einzel war folgender: Es sind 7 Spiele in der Vorrunde auf 11 Punkte zu absolvieren. Sobald man 5 Siege erreicht hat, ist man für die Main qualifiziert und spielt ums große Geld. Alle anderen Spieler spielen in der Consolation ums kleine Geld. 101 Spieler waren am Start. Nach 6 Partien hielt ich bei 4 Siegen und 2 Niederlagen. Es kam zu der für mich entscheidenden Partie gegen den starken britischen Spieler Sebastian Wilkinson. Beim Stand von 7:9 und der Dopplungswürfel bei Sebastian kam es zu folgender Stellung:

 

 

   

Sebastian trägt mit 5/4 zwei Checker ab und hat dann nur noch 5 Steine im Brett, den höchsten auf der 4 und ich habe noch 12 Steine im board. In dieser Stellung ist Sebastian 98,59 % Favorit dieses Spiel und damit das Match zu gewinnen. Ich nützte eiskalt meine Chance von 1,41 % und gewann dieses Spiel und in der Folge auch das Match. Ich machte 2 Pasch und Sebastian traf 2 Mal ein Lücke.  Lehre aus dieser Stellung: so lange würfeln, solange man eine theoretische Chance hat zu gewinnen!
Somit qualifizierte ich mich als einer von 24 Spielern für die Main. Dort war allerdings in der ersten Runde für mich Endstation. Angesichts der luckrate meines Gegners wäre es sowieso egal gewesen, doch ich machte einen Anfängerfehler: Ich war von der Vorrunde her derart auf 11 Punkte konditioniert, dass ich ein Cubeverhalten zeigte als ob es auf 11  Punkte gehen würde. Tatsächlich war die Matchdistanz allerdings 13. Als ich doppeln hätte können und müssen, dachte ich es wäre Crawford und ich darf nicht doppeln. Nachdem ich diese Partie gewann, doppelte ich nach dem ersten Zug. Angesichts dieses „geistigen Aussetzers“ hätte ich es sowieso nicht verdient zu gewinnen.

Im Doppel (128-Feld) hatte ich ja meinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Leider wurde nichts daraus. Mit meinem starken Partner und Freund Jürgen Orlowski (GER) kam ich zwar unter die letzten 8, doch dort wurden wir von 2 ambitioniert spielenden spanischen Frauen 1:7 vom Brett geschossen.

Samstag am Abend begann dann der Superjackpot. 24 Spielern war es die Investition von 500 Pfund wert daran teilzunehmen. Es begann bereits sehr gut für mich. Vier Spieler hatten ein Freilos in der ersten Runde und ich war einer davon. Offenbar war meine gute Würfelleistung mit der Partie gegen Sebastian Wilkinson noch nicht abgeschlossen, denn ich schlug in der zweiten Runde den Weltklassespieler Zdenek Zizka mit 11:0. Der Franzose Michel Serrero, gegen den ich in der Vorrunde verlor, wurde von mir mit 11:7 nach Hause geschickt.

Am Sonntag schien dann für mich die Sonne und ich schlug den Amerikaner Ed O`Laughlin – er war jener Spieler in der Vorrunde, gegen den ich meine zweite Niederlage kassierte -  ebenfalls 11:7. Im Finale wartete der Weltklassespieler Dag Ekmark: Angesichts des Ergebnisses von 11:1 für mich erübrigt sich wohl die Frage, ob auch dort der Würfelgott auf meiner Seite gewesen wäre.

 

Alles in allem ein tolles Turnier und ich freue mich schon auf das Turnier in Montenegro, das von 21. bis 25. März stattfindet.